Am Urlaubsort warten Radwege entlang der Küste, Strecken durch die Berge oder entspannte Touren zwischen kleinen Ortschaften. Nur liegen zwischen der heimischen Garage und dem ersten Urlaubskilometer manchmal mehrere Hundert Kilometer Autobahn. Wer das eigene E-Bike mitnehmen möchte, muss deshalb zunächst eine ganz andere Tour organisieren: die Fahrt auf dem Fahrradträger. Spätestens bei zwei E-Bikes lohnt es sich, Gewicht, Befestigung und zulässige Belastungen genauer anzusehen. Aus „Das wird schon halten“ sollte vor einer langen Reise besser „Das habe ich geprüft“ werden.
Zwei E-Bikes bringen ordentlich Gewicht mit
Ein wesentlicher Unterschied zwischen klassischen Fahrrädern und vielen E-Bikes fällt spätestens beim Hochheben auf. Motor, Akku und die häufig robustere Konstruktion sorgen für zusätzliche Kilogramm. Was bei einem einzelnen Fahrrad noch kaum auffällt, kann bei zwei E-Bikes für den Transport entscheidend werden.
Deshalb genügt es nicht, ausschließlich zu prüfen, wie viele Fahrräder auf einen Träger passen. Entscheidend ist, welches Gewicht dieser tatsächlich aufnehmen darf. Zusätzlich müssen die Vorgaben des Fahrzeugs und bei einem Kupplungsträger insbesondere die zulässige Stützlast berücksichtigt werden.
Auch das Eigengewicht des Fahrradträgers gehört in die Rechnung. Die maximal zulässige Belastung lässt sich also nicht allein anhand der Zahl der vorgesehenen Fahrradschienen beurteilen. Vor der Reise lohnt sich deshalb ein Blick in die Unterlagen von Fahrzeug, Anhängerkupplung und Träger.
Wer das Gewicht seiner Fahrräder nicht genau kennt, sollte es ebenfalls überprüfen. Gerade bei E-Bikes kann die Differenz zwischen zwei äußerlich ähnlich wirkenden Modellen beträchtlich sein.
Nicht jeder Fahrradträger passt zu jedem E-Bike
Neben dem Gewicht entscheiden weitere Abmessungen darüber, ob ein Träger geeignet ist. E-Bikes können längere Radstände, breitere Reifen oder kräftigere Rahmen besitzen. Das gilt besonders für E-Mountainbikes und andere sportliche Modelle.
Die Radschienen müssen zum Fahrrad passen und die Halterungen den Rahmen beziehungsweise die vom Hersteller vorgesehenen Befestigungspunkte sicher aufnehmen können. Auch der Abstand zwischen zwei Fahrrädern ist wichtig. Berühren sich empfindliche Komponenten während der Fahrt ständig, können daraus unschöne Scheuerstellen entstehen.
Wer noch nach einer geeigneten Transportlösung sucht, kann sich deshalb zunächst mit einem E-Bike Heckträger Vergleich einen Überblick über verschiedene Lösungen und deren Eigenschaften verschaffen. Anschließend sollte geprüft werden, ob das konkrete Modell sowohl zu den eigenen Fahrrädern als auch zum Fahrzeug passt.
Praktisch ist außerdem eine niedrige Ladehöhe. Wer ein schweres E-Bike mehrfach anheben muss, weiß diesen vermeintlich kleinen Komfortvorteil schnell zu schätzen.
Vor der Fahrt darf das E-Bike leichter werden
Bei vielen E-Bikes lässt sich der Akku entnehmen. Das kann den Transport erleichtern, weil das Fahrrad dadurch einige Kilogramm leichter wird. Ob und wie der Akku für die Fahrt entfernt werden soll, richtet sich allerdings nach den Vorgaben des jeweiligen Herstellers.
Wird er im Auto transportiert, sollte er dort sicher verstaut sein. Er darf weder ungesichert durch den Kofferraum rutschen noch so liegen, dass Kontakte oder Gehäuse beschädigt werden können. Auch starke Hitze sollte bei der Lagerung vermieden werden.
Weitere leicht abnehmbare Teile können vor einer langen Fahrt ebenfalls entfernt werden, wenn der Hersteller dies vorsieht. Dazu gehören beispielsweise Fahrradtaschen, Körbe oder anderes Zubehör, das unnötigen Luftwiderstand erzeugt oder sich während der Fahrt lösen könnte.
Das Ziel besteht nicht darin, das Fahrrad vollständig auseinanderzubauen. Alles, was problemlos entfernt werden kann und am Ziel ohnehin nicht während der Fahrt am Rad bleiben würde, muss aber auch nicht Hunderte Kilometer im Fahrtwind verbringen.
Breite Reifen und lange Radstände nicht vergessen
Beim Kauf eines Trägers stehen häufig Traglast und Anzahl der Fahrradplätze im Mittelpunkt. Erst beim ersten Beladen zeigt sich dann, dass auch einige Zentimeter einen Unterschied machen können.
Besonders breite Reifen müssen sicher in die vorgesehenen Schienen passen. Gleiches gilt für den Radstand. Bei großen Rahmen oder bestimmten E-Bike-Typen kann er deutlich länger ausfallen als bei einem kompakten Alltagsrad.
Auch die Position der Haltearme verdient Aufmerksamkeit. Nicht jeder Rahmen lässt sich an jeder beliebigen Stelle greifen. Empfindliche Oberflächen sollten geschützt und Carbonrahmen nur entsprechend den jeweiligen Herstellerangaben befestigt werden.
Wer bereits vor dem Kauf Maße und Gewichte der eigenen Fahrräder kennt, erspart sich deshalb manche Überraschung. Der beste Fahrradträger nützt wenig, wenn das Lieblings-E-Bike nur mit kreativer Improvisation darauf Platz findet.
Vor der Autobahn kommt die Probefahrt
Ein neuer Träger sollte nicht am Morgen der Urlaubsfahrt zum ersten Mal montiert und beladen werden. Sinnvoller ist eine Probemontage einige Tage vorher. So bleibt genügend Zeit, um offene Fragen zu klären und sich mit den Befestigungsmechanismen vertraut zu machen.
Nach dem Beladen sollte kontrolliert werden, ob alle Fahrräder sicher sitzen und vorgeschriebene Beleuchtung sowie Kennzeichen ordnungsgemäß sichtbar sind. Bei einem Heckträger verändert sich außerdem die Länge des Fahrzeugs. Das sollte besonders beim Rangieren und Einparken im Hinterkopf bleiben.
Eine kurze Probefahrt kann zusätzlich zeigen, ob etwas ungewöhnlich klingt oder sich sichtbar bewegt. Vor der eigentlichen Reise werden anschließend sämtliche Befestigungen noch einmal nach Herstellerangaben kontrolliert.
Gerade bei der ersten längeren Fahrt bietet sich auch unterwegs eine Überprüfung an. Bei einer ohnehin geplanten Pause lässt sich schnell kontrollieren, ob Träger und Fahrräder weiterhin korrekt befestigt sind.
Mit Fahrrädern am Heck fährt das Auto anders
Ein beladener Heckträger verändert das Fahrzeug. Neben dem zusätzlichen Gewicht nimmt vor allem der Platzbedarf nach hinten zu. Wer sonst nach Gefühl rückwärts an eine Wand oder ein anderes Auto heranfährt, muss diese zusätzliche Länge berücksichtigen.
Auch während der Fahrt ist ein vorausschauender Fahrstil sinnvoll. Abrupte Manöver und unnötig hektische Fahrweise passen ohnehin schlecht zu einer entspannten Urlaubsreise. Welche Höchstgeschwindigkeit für den verwendeten Träger gilt beziehungsweise vom Hersteller empfohlen wird, sollte vor Fahrtantritt in dessen Unterlagen geprüft werden.
Besondere Aufmerksamkeit verdient außerdem die Zufahrt zu Parkhäusern, Fähren oder engen Hotelparkplätzen. Nicht jeder Stellplatz, der ohne Fahrräder problemlos funktioniert, ist mit beladenem Heck genauso komfortabel.
Ein kurzer Gedanke an die zusätzlichen Abmessungen verhindert hier möglicherweise den ersten ungeplanten Programmpunkt des Urlaubs.
Am Urlaubsort beginnt der angenehme Teil
Der Transport selbst dürfte für die wenigsten E-Bike-Fahrer der Höhepunkt der Reise sein. Er schafft aber die Voraussetzung dafür, am Ziel mit dem vertrauten Fahrrad unterwegs sein zu können. Gerade bei längeren Touren ist es angenehm, nicht erst ein Mietrad einstellen oder sich an ein unbekanntes Modell gewöhnen zu müssen.
Damit die Anreise möglichst unspektakulär bleibt, sollte der Fahrradtransport nicht erst kurz vor der Abfahrt organisiert werden. Gewichte prüfen, Maße vergleichen, Befestigung ausprobieren und Herstellerangaben lesen kostet etwas Zeit, erspart unterwegs aber unnötige Unsicherheit.
Sind Fahrräder und Träger schließlich sicher montiert, darf das Thema für die nächsten Kilometer gern langweilig werden. Beim Fahrradtransport ist genau das schließlich ein gutes Zeichen. Die spannenden Erlebnisse sollten besser erst beginnen, wenn die E-Bikes am Urlaubsort wieder vom Träger herunterkommen.